Zu viel Salz in Mikrowellen-Menus

19. Februar 2012 | Von | Kategorie: Neue Beiträge, Verbraucher-Informationen

Fertiggerichte für die Mikrowelle enthalten immer noch zu viel Salz: Das hat die Verbraucherzentrale NRW erneut in einer Stichprobe bei Grünkohl, Gulasch oder Geschnetzeltem festgestellt. Im Schnitt liefert eine Portion mit mehr als vier Gramm bereits zwei Drittel der täglich empfohlenen Salzmenge (sechs Gramm) für Erwachsene.

Laut der Verbraucherzentrale NRW ist der Salzanteil in den zubereiteten Mahlzeiten für die schnelle Küche im Vergleich zur letzten Untersuchung im Oktober 2010 immer noch gesundheitlich bedenklich. Viele Hersteller ignorieren die Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung und haben die Salzmenge in ihren Gerichten sogar noch erhöht: Wer regelmäßig ein fix und fertiges Gericht aus der Mikrowelle verzehrt, hat mit einer Portion oft schon die gesamte Tagesdosis von sechs Gramm intus. Ein hoher Konsum von Kochsalz jedoch ist Gift für den Blutdruck und erhöht das Risiko gefährlicher Herz- und Kreislauferkrankungen.

Untersucht wurden die Kalorien- und Nährwerte auf den Verpackungen von 117 Tellergerichten (81 Fertigmenüs, 23 Konserven, 13 Tiefkühlgerichte) von deftiger Hausmannskost bis hin zu Light-Menüs. Bei fast allen Mahlzeiten für die Mikrowelle (98 Prozent) war – sofern angegeben – im Verhältnis zur empfohlenen Tagesmenge für eine Hauptmahlzeit zu viel Salz in Suppe und Soße. Erkennen konnten dies die Kunden selten: Kaum ein Produkt nannte den Salzgehalt der Ein-Portionen-Packung. 107 Menüs warteten immerhin mit dem Natriumwert auf, der – erst mit dem Faktor 2,54 multipliziert – kundigen Konsumenten den wahren Salzgehalt verriet. Bei zehn Fertiggerichten fehlten die aufschlussreichen Nährwertangaben komplett.

Beim Kauf auf den Natriumwert achten

Um sich beim Kauf von verarbeiteten Lebensmitteln nicht von fehlenden oder überbetonten Produkteigenschaften leiten zu lassen, sollten Verbraucher verstärkt auf den angegebenen Natriumwert auf den Verpackungen achten und dann zum Taschenrechner greifen: Denn die Salzmenge ist stets 2,5-mal höher als der angegebene Natrium­gehalt. Fertiggerichte ohne Angaben lässt man besser gleich im Supermarktregal links liegen. Insgesamt sollten pro Tag von einem Erwachsenen nicht mehr als sechs Gramm Kochsalz konsumiert werden.

Erst ab Ende 2016 muss innerhalb der Europäischen Union – also auch in Deutschland – die Salzmenge bei verarbeiteten Lebensmitteln pro hundert Gramm auf der Verpackung verbindlich angegeben werden, freiwillig auch pro Portion. Im Hinblick auf die gesundheitlichen Risiken von allzu hohem Salzkonsum ist das zu spät – die Produktinformation auf den Packungen sollte sofort verbessert und vor allem transparent für Kunden werden, so die Verbraucherzentrale. (Quelle: Verbraucherzentrale NRW)

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